Kochen und Essen in Schweden – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Schweden ist nicht Südostasien, so groß können die Unterschiede ja wohl nicht sein… oder?

Soo groß sind die Unterschiede auch nicht. Aber einiges kann einen schon überraschen:

So gibt es in Schweden wirklich wenige Bäckereien – und auch praktisch keine Metzger. Selbst Fleischtheken im Supermarkt sind eher die Ausnahme. Gekauft wird zum allergrößten Teil fertig abgepackt oder gleich eingefroren. Fleisch ist eher teuer, aber von bester Qualität.

Eine Spezialität ist hier wirklich ganz groß: Falukorv, ein naher Verwandter der Lyoner. Diese Fleischwurst gibt es überall für wenig Geld, und es gibt unzählige Arten sie zuzubereiten. An „Korv Stroganoff“ habe ich mich noch nicht herangetraut. Der Purist genießt sie natürlich roh.

Hier ist mein Lieblingsrezept, außerdem generell ein sehr unterhaltsamer youtube-Kanal für schwedische Rezepte:

Vom Thema „Wurst“ kommen wir direkt zum Thema „Senf“: wer aus Neugierde eine Falukorv gekauft hat und sich dazu gleich noch schwedischen Senf holt, sollte auf eine Überraschung vorbereitet sein:
Schwedischer Senf ist so süß, dass die Sensorik irgendwann einfach abschaltet. Zucker ist tatsächlich die Hauptzutat, noch vor Wasser. Stellt euch vor, man setzt Grafschafter Goldsaft (Zuckerrübensirup) mit ein paar Senfsamen an, dann habt ihr eine ungefähre Vorstellung.

Überhaupt: die Schweden lieben es süß, und gezuckert wird fast alles. Auch Wurst. Und Brot. Und eingelegter Hering.

Wer Angst um seinen Zahnschmelz hat, sollte also beim Einkauf die Zutatenliste lesen, und sich freuen, wenn Zucker mal erst an dritter Stelle steht.

Einiges mehr vermisst man, wenn man deutsche Supermärkte gewohnt ist: saure Gurken zum Beispiel. Oder auch Meerrettich – gut wenn es eine Ecke mit internationalen Spezialitäten gibt. Wer gerne Kräutertees trinkt, stellt bald fest, dass es außer Pfefferminz und Kamille nur schwarzen/grünen Tee und ein paar rote Früchtetees á la Krankenhaus/Jugendherberge gibt. Zum Glück lieben die Schweden Kaffee, da ist die Auswahl und die Qualität wirklich einwandfrei.

Zwei Dinge kennen wir schon, die einfach auf jeden schwedischen Tisch gehören:

  1. Schmelzkäse aus der Tube (am liebsten mit Krabbengeschmack)
  2. Kalles Kaviar aus der Tube. Der ist sogar ungesüßt! Wer andere Marken kauft, outet sich als Ausländer, bzw. muss seinen schwedischen Pass abgeben. Der Hersteller heißt – Abba! Nicht die Band, aber schwedischer wird’s nicht.

2 Antworten zu “Kochen und Essen in Schweden – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

  1. Ich esse nie wieder Fleischwurst! Mam!
    Aber die Deutsche Post transportiert zur Not auch Meerrettich und Senf nach Schweden. Wir nehmen noch Bestellungen entgegen!

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