Back to School

Seit Mittwoch letzter Woche drücken wir wieder die Schulbank und lernen Schwedisch.

In Schweden bekommen Einwanderer staatlich garantierten Schwedischunterricht (SFI – svenskundervisning för invandrare). Tatsächlich wird sogar garantiert, dass man in seiner Kommune spätestens 3 Monate nach dem Antrag einen Kurs bekommt.

Und so haben wir uns vorgestellt und wurden in einen Kurs eingeteilt; es wird unterschieden in 4 Stufen (das ist das Sprachniveau) und 3 „Geschwindigkeiten“, in denen der Unterricht den Stoff durchnimmt. Wir sind erst mal in der Stufe „Fortgeschrittene Anfänger“ und der mittleren Geschwindigkeit.

Der Unterricht findet jeden Werktag statt, für 2,5 Stunden, und zwar in Tingsryd, das eine halbe Stunde von uns entfernt ist. Macht also jeden Tag 3,5 Stunden, die wir für Schwedisch einplanen müssen. Das war auch der Grund, warum wir uns für das mittlere Lerntempo entschieden haben – wir werden ganz sicher nicht jeden Tag teilnehmen können, schon wegen Geschäftsreisen usw. Trotzdem hoffen wir natürlich, dass wir uns nicht zu dämlich anstellen.

Interessant ist das ganze Unterrichtskonzept: es gibt keine festen „Einstiegszeiten“, wo viele Teilnehmer auf dem gleichen Niveau starten, sondern es kommen ständig neue Leute dazu, zB. weil sie schon Grundkenntnisse haben, oder weil sie durch eine Prüfung in einen höheren Kurs kommen. Er herrscht also ein Kommen und Gehen, und auch innerhalb des gleichen Kurses sind die Kenntnisse recht unterschiedlich. Vokabeln muss sich jeder selbst irgendwie draufschaffen – schon weil jeder eine andere Muttersprache spricht. Das ganze Lernzentrum ist geradezu fürstlich ausgestattet, mit eigener Bibliothek, Laptops für Übungen und i-Pads für die, die google-Unterstützung brauchen. Und das, obwohl ja die Gemeinde vom Staat verpflichtet ist, dieses Angebot vorzuhalten – und trotz der momentanen Flüchtlingssituation in Europa.

Was mir jetzt gerade merken, ist dass wir immer noch bessere theoretische Kenntnisse als Übung haben – im freien Sprechen haben wir größere Schwierigkeiten als manch anderer. Dafür sind die meisten Grammatikregeln und die Vokabeln nicht mehr neu für uns. In Deutschland sind die Übungsmöglichkeiten für Schwedisch eben ziemlich begrenzt. Zum Üben ist man im Einwandererkurs genau richtig, denn natürlich ist der ganze Unterricht auf Schwedisch, und während fast alle Schweden sehr gut Englisch können, ist zwischen den Einwanderern oft Schwedisch die einzige gemeinsame Sprache und das einzige Mittel, sich miteinander zu verständigen. In unserem Kurs sitzen jetzt Einwanderer aus Deutschland, Polen, Eritrea, Afghanistan und Syrien, und man will sich in der Kaffeepause ja nicht monatelang anschweigen. Dafür sind wir noch nicht schwedisch genug…

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Wenn ihr mal in Schweden Bus fahrt… das ist kein Scherz.

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Ist das nicht wundervoll? So geht’s doch auch.

Leider müssen wir den schweren Weg gehen und erst mal die schwedische Sprache lernen, bevor wir uns dann am Ende des Weges irgendwann wie die Schweden durch Blicke, einzelne Silben und kurzes Schnaufen verständigen können.

Das wird super.

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