30 Days of Night…

…hatten wir hier zwar nicht. Klingt aber dramatischer als „12 Stunden ohne Licht und Heizung.“ Und zurzeit geht die Sonne gegen 8:30 auf – und um 15:30 unter. Das alleine wäre nicht so wild. Ohne Strom sieht die Sache aber anders aus. Dank Sturm „Helga“ hatten wir eben unseren zweiten längeren Stromausfall in einer Woche. Am Sonntag zog „Gorm„* über Dänemark und Südschweden und brachte uns und 80.000 Schweden mehr als 12 Stunden Stromausfall, nun war „Helga“ dran und die Lichter waren ca. drei Stunden weg. Diesmal also etwas kürzer, aber dafür mitten am Nachmittag, wenn es auch schon dunkel ist. Doof, wenn man vom Einkaufen nach Hause kommt und ohne Taschenlampe nicht mal von der Garage zur Haustür käme. Aber die Taschenlampe hat man ja sowieso immer in der Tasche.

Denn hier** wird es dunkel. Richtig, richtig dunkel. In Deutschland ist immer irgendwo in Rufweite die nächste Straße, die nächste Ortschaft, die Straßen sind beleuchtet und eine Stadt erhellt den Himmel schon 50 Kilometer, bevor man sie sieht. Wenn hier die Lichter ausgehen, sieht man die Hand vor Augen nicht.

Dann sitzt man eben bei Kerzenschein vor dem Ofen und hofft, dass trotz Windböen das Feuer angeht, und fragt sich, wie lange man wohl ohne Strom Wasser aus dem hauseigenen Brunnen hat.

Wie selbstverständlich man die Dinge wie Licht und Wasser und Wärme inzwischen nimmt, zeigten mir vor allem die Arbeitskollegen: als wir am Montag Morgen immer noch stromlos waren, schaffte ich es gerade noch mit dem letzen Rest Akkuladung, eine SMS nach Karlsruhe ins Büro zu schicken,damit sich niemand wundert warum man mich nicht erreichen kann. Als wir Mittags wieder Saft hatten, stellte ich dann fest, dass  ein Kollege trotzdem mehrmals angerufen hatte, weil ihm gar nicht der Gedanke gekommen war, dass bei Stromausfall vielleicht auch die Telefone (und Handymasten) nicht funktionieren könnten. Und dass man sein Smartphone nicht aufladen kann.

Nachbarn Dino und Jette sind seit Gorm ohne Telefon und Internet und waren auch vom heutigen Stromausfall betroffen, aber als Inka dort vorbeikam, lief schon das Notstromaggregat und Dino lag schon wieder vor dem Fernseher. Verdammt praktisch, so ein Notstromdingens.

Wie so oft hat es die Küste aber weit heftiger getroffen: dort wurden Dächer abgedeckt, manche waren mehrere Tage stromlos und Züge und Fähren könnten nicht fahren. Auch die Öresundbrücke war gesperrt.

Hätte also auch schlimmer sein können. Notstrom steht trotzdem ganz weit oben auf der „Unbedingt noch besorgen“-Liste.

*“the Storm“
**“hier“ ist natürlich: ein Haus am Waldrand, 200m von der schwach befahrenen Straße entfernt. Aber auch in kleinen bis mittelgroßen Orten ist Straßenbeleuchtung eher die Ausnahme.

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